Natur und Umwelt im Gebirge

Gletscherschwund auf dem Gletscher mit Pistenraupen

Natur und Umwelt im Gebirge – wenn Massentourismus zum Problem wird

Gebirge scheinen auf den ersten Blick lebensfeindlich und karg. Und doch beherbergt gerade diese karge Landschaft eine unglaubliche Artenvielfalt. Grund dafür sind die hier vorherrschenden geologischen Faktoren. Gebirge bieten nicht nur eine Abwechslung fürs Auge, sondern vor allem auch für die Natur. Obwohl lediglich zehn Prozent der Erdoberfläche Gebirge sind, sind hier ein Viertel aller landlebenden Tierarten vertreten.
Die Komplexität eines Gebirges ist gigantisch. Über Jahrmillionen entstanden, beeinflussen sie das Klima maßgeblich und damit auch die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren. Erosionen, das Relief und auch Gesteinstypen spielen eine große Rolle, wie in einer Studie der Universität Göteborg festgestellt wurde. Verschiedene Bodentypen aber auch unterschiedliche Zerklüftungen der Gebirge schaffen ökologische Nischen und eine Vielzahl an Lebensräumen. Verschiedene Arten an Pflanzen, Tieren und Kleinstlebewesen finden optimale Bedingungen.
Umso wichtiger ist es, das Ökosystem Gebirge zu erhalten, um damit auch die Artenvielfalt zu schützen. Doch vor allem der Tourismus hat Folgen für die Gebirge.

 

Die Alpen – eine der größten Tourismusregionen

Zu einem der größten, zusammenhängenden Naturräume in Europa gehören die Alpen. Hier ist eine besonders große Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu beobachten. Gleichzeitig werden die Alpen von etwa 14 Millionen Menschen bewohnt und sind eine der größten Tourismusregionen der Welt. Bis in hohe Regionen sind die Alpen durch Bewirtschaftung geprägt. Der Massentourismus nimmt immer mehr zu, die Regionen stehen vor großen Herausforderungen durch den wachsenden Verkehr und auch den Klimawandel. Die ökologischen Auswirkungen auf den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen sind gravierend.

 

Tourismus, eine Belastung für den Naturraum Alpen

In den letzten Jahren haben sich in den Alpen einige Probleme entwickelt, die vor allem mit einer rasanten Entwicklung der Wirtschaft innerhalb und außerhalb der Alpen zusammenhängen. Die dichte Besiedlung der Alpentäler ist auch auf den steigenden Tourismus zurückzuführen. Dabei wiegt besonders schwer, dass die Touristenorte stark zersiedelt sind. Hotelketten, Liftanlagen, Parkplätze und auch Kultur- und Einkaufsstätten benötigen viel Platz. Die steigende Touristenzahl ist verbunden mit einer starken Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. In manchen Alpenorten herrschen Zustände wie in Großstädten.
Gastronomische Einrichtungen und Hotels spielen dabei eine besonders große Rolle. Nicht nur die ankommenden Touristen verschmutzen bei der Anfahrt die Umwelt, sondern auch die Versorgung der gastronomischen Einrichtungen mit Lebensmitteln und anderen Gütern. Oftmals ist eine Anlieferung nur per Seilbahn oder Hubschrauber möglich. Vom Hersteller in die Küche der Hütte ist ein langer Weg, bei dem die Güter bis zu Vier mal und mehr umgeladen werden.
Nicht viel besser ist es mit scheinbar einfachen Dingen wie Strom oder dem stillen Örtchen. Für die Entsorgung von Kot und Urin gibt es verschiedene, meist weniger zufriedenstellende, Lösungen. Denn nicht nur die Beseitigung der Fäkalien ist ein Problem, meist ist auch das Wasser für die Spülung knapp. Kommt zur allgemeinen Wasserknappheit noch ein Sommer wie im Jahr 2018, kann die Wasserversorgung in den Bergen stark beeinträchtigt sein. Dann gilt es, Wasser zu sparen, wo es geht.

 

Warum Skitourismus die Natur belastet

Der größte Teil des Tourismus liegt in der Winterzeit, denn der Wintersport ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in allen Teilen der Alpen. Rechnet man die Zeit, die Skifahrer weltweit auf den Pisten verbringen zusammen, so entfällt knapp die Hälfte davon auf die Alpen. Österreich ist dabei der Favorit. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der alpine Skilauf zu einer beliebten Sportart entwickelt. Und auch Ski-Langlauf und Snowboarden sind beliebt. An den Alpen ging diese Entwicklung nicht ohne Spuren vorbei.
Skigebiete brauchen große Flächen. Die Infrastruktur besteht nicht nur aus Liftanlagen, Pisten und Parkplätzen, sondern auch aus gastronomischen Einrichtungen, Hotels, Wellnessanlagen und Einkaufszentren. Dafür werden große Gebiete in Anspruch genommen. Wald wird gerodet, Wiesen und Biotope zerstört, Böden planiert. Der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen wird durch den Bau von Skigebieten zerstört. Nicht selten liegen Skigebiete in Landschaften, die für bedrohte Arten der Tier- und Pflanzenwelt von zentraler Bedeutung sind. Gleichzeitig steigen die Erosionsgefahr und die Gefahr von Lawinen bei Regen und Schneeschmelze.
Durch den Klimawandel zum einen und dem kontinuierlichen Ausbau von Skigebieten zum anderen, verlagern sich die Skigebiete immer mehr nach oben Richtung Gipfel. Die Alpengebiete in den niederen Höhenlagen reichen hier oftmals nicht mehr aus.
Ein großes und meist auch unterschätztes Problem sind Schneekanonen, die für den Kunstschnee sorgen, wenn der Winter mal auf sich warten lässt. Selbst in höher gelegenen Skigebieten werden Pisten beschneit, denn Gäste kommen nur dann gern, wenn das Skigebiet gut präparierte Pisten und eine Schneesicherheit verspricht. Schneekanonen benötigen aber sehr große Mengen an Energie und Wasser. Allein der Stromverbrauch für eine Beschneeiungsanlage für etwa 23.800 Hektar ist vergleichbar mit dem von 130.000 Vier-Personen-Haushalten. Um Schneekanonen betreiben zu können, sind außerdem Speicherseen notwendig, die ebenfalls Platz benötigen. Für einen Hektar wird bei der künstlichen Beschneiung circa eine Millionen Liter Wasser benötigt. Gleichzeitig verändert sich die Schneeschmelze durch die längere Bedeckung mit Schnee, was zur Schädigung der Vegetation führt.
Ein weiteres Problem beim Skitourismus ist die Umweltzerstörung durch Skifahrer. Während Wanderer kaum Einfluss auf die Umwelt haben, solange sie sich korrekt verhalten, werden hingegen beim Skifahren Pflanzen unter der Schneedecke wie abrasiert. Durch den großen Massenandrang von Skifahren in den Wintermonaten werden die Pisten extrem beansprucht. Der darunterliegende Boden wird platt gewalzt, oberflächlich setzt eine Vereisung ein. Auf dem Boden unter dem Eis setzt ein Fäulnisprozess ein, der weitere Pflanzen zerstört. Außerdem sind Skifahrer bei Fahrten außerhalb der Pisten oftmals nicht sonderlich vorsichtig. Oft werden junge Bäume beschädigt und damit die nachfolgende Baumgeneration zerstört. Dabei ist diese sehr wichtig für die Vegetation und damit auch für die Tierwelt.

Schneekanone beschneit eine Piste

 

Klimaerwärmung – kein Zuckerschlecken für die Natur der Alpen

Folgen hat auch der weltweite Klimawandel für die Region der Alpen. Laut Studien sollen die Temperaturen in den Alpen in den letzten 120 Jahren um etwa zwei Grad gestiegen sein. Das klingt nicht viel, ist aber fast doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Es wird damit gerechnet, dass in den nächsten 40 Jahren die Temperatur um weitere zwei Grad steigt. Die Folgen sind in erster Linie bei den Alpengletschern zu beobachten. Viele schrumpften in den letzten Jahrzehnten auf etwa die Hälfte ihrer einstigen Ausdehnung. Man vermutet, dass bis auf wenige Ausnahmen die meisten Alpengletscher bis zum Ende des Jahrhunderts geschmolzen sein könnten, wenn nicht sofort etwas getan wird.
Durch die erhöhten Temperaturen verschiebt sich natürlich auch die Schneefallgrenze. Die Schneesicherheit wird auch in größeren Höhen abnehmen und der Schnee im Frühjahr auch schneller abschmelzen. Laut einer Studie werden zum Beispiel lediglich 15 Prozent der Skigebiete Schneesicherheit bieten können, wenn sich die Temperaturen durch die Klimaerwärmung um nur ein Grad erhöhen. Der Schnee müsste technisch erzeugt werden, was einen nie endenden Kreislauf in Bewegung setzt.
Klimaerwärmung bedeutet aber auch eine größere Gefahr in den Alpen. Eisschlag und Steinschlag nehmen durch das Abtauen der Gletscher zu, viele Bergrouten werden nicht mehr begehbar sein. Und auch der Gletscher als Wasserlieferant wird nur noch begrenzt zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch einen immer mehr schwindenden Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

 

Neue Bergsportarten in den Alpen – Belastung oder Fun?

Waren in den letzten Jahrzehnten vor allem im Winter die Alpen das Ziel der Touristen und Sportler, so verlagert sich inzwischen durch neue Bergsportarten die Touristenzeit auch mehr und mehr in den Sommer. Neue Touristenattraktionen wie Klettergärten, Bergschaukeln oder Sommerrodelbahnen locken die Besucher auch zur Sommerzeit in die Berge. Viele Touristenmagneten entstehen auch durch den Klimawandel, denn die fehlende Schneesicherheit im Winter lässt die Gäste ausbleiben. Veranstalter denken sich neue Bergsportarten aus und machen damit die Alpen zu einem riesigen Vergnügungspark für Millionen Touristen, der die Umwelt schädigt. Kleine Dörfer sterben aus, große Touristenzentren entstehen – mit gravierenden Folgen.
Die Landschaft in den Alpen kommt nicht mehr zur Ruhe. Berge werden mit Hängebrücken, Klettersteigen, etc. aufgerüstet. Alpenbäche sind vom klaren Bergwasser meilenweit entfernt. In den Skigebieten von Frankreich wurden sogar Kolibakterien im Berg-Wasser nachgewiesen.

 

Was ist der Alpenplan?

Ja, es gibt ihn, den Plan für die Alpen. Dieser wurde 1972 als vorgezogener Teilabschnitt des Landesentwicklungsprogramms Bayern entlassen und trat 1976 in Kraft. Der Alpenplan wurde als Konzept gegen eine Übererschließung der Alpen festgelegt. Als vorbeugendes Konzept soll der Alpenplan den Alpen Naturraum sichern, die Gefahr von Lawinen und Erosionen senken und die Sicherung der Region als Erholungslandschaft verfügen. Der Initiator des Alpenplan ist Helmut Karl, der dafür mit dem deutschen Alpenpreis ausgezeichnet wurde.

Im Alpenplan werden drei Zonen definiert:

  • Zone C: neue Erschließungen mit Ausnahme von notwendigen landeskulturellen Maßnahmen sind unzulässig
  • Zone B: Verkehrserschließungen unter Berücksichtigung eines strengen Maßstabes
  • Zone A: Erschließungsanlagen sind grundsätzlich möglich, werden aber auf Umweltverträglichkeit und Raumverträglichkeit geprüft

Viele Bergbahnen, die in Zone C geplant waren, wurden nach Inkrafttreten des Alpenplans nicht mehr gebaut. Inzwischen soll es aber Änderungen geben. Besonders in Verbindung mit der Skischaukel am Riedberger Horn. Der Alpenplan soll aufgeweicht werden, und das, obwohl viele Bayern Einspruch gegen die Pläne zum Bau der Skischaukel eingelegt haben. Die Bayrische Staatsregierung hat die Zoneneinteilung mithilfe einer Mehrheit der CSU im Bayrischen Landtag geändert, um die Skischaukel zu ermöglichen.

 

In den Alpen sammelt sich der Müll

Der Tourismus in den Alpen bringt aber auch an anderer Stelle noch Probleme für die Natur. Wo Menschen sind, ist auch Müll. Und der ist in den Alpen nicht zu unterschätzen. Der Müll in den Alpen fängt beim Zigarettenstummel an und hört bei der Getränkedose noch lange nicht auf. Selbst die Bananenschalen bleiben liegen, schließlich verrotten die nach Meinung der meisten Alpentouristen.
Ganz so einfach ist es aber nicht, denn viele Müllsorten benötigen Jahre und Jahrzehnte ehe sie sich zersetzen. Bei Bananenschalen ist mit wenigstens 3 Jahren zu rechnen. Die meisten sind mit Pestiziden behandelt, die sich dann in der Natur ablagern. Ein Zigarettenstummel braucht 5 Jahre und eine Getränkedose sogar 500 Jahre. Besonders in höheren Lagen, wo die Temperaturen niedrig sind, zersetzt sich Müll nur sehr langsam.
Der Alpenverein bemüht sich deshalb um Müllbeseitigung nach dem Motto: „Was auf den Berg rauf kommt, muss wieder mit ins Tal“. Inzwischen sind viele beliebte Wanderrouten und Alpenvereinshütten mit Spendern ausgestattet, bei denen Touristen kostenlos Bio-Müllsäcke erhalten, in denen der Müll gesammelt und wieder mit ins Tal genommen werden kann. Info-Tafeln klären auf. Allein in den österreichischen Bergen der Alpen haben junge Landschaftssäuberer in zwei Wochen 10.000 Liter Müll gesammelt. Seit die Aktion in den 70-er Jahren gestartet wurde, wurden fast vier Millionen Liter Abfälle und Müll gesammelt. Und das nur außerhalb von Ortschaften.

 

Nachhaltiger Bergtourismus mit Zukunft

Ohne Frage sind die Alpen eines der beliebtesten Reiseziele. Inzwischen besuchen jedes Jahr etwa 100 Millionen Touristen die Region. Da entstehen Konflikte und negative Auswirkungen für die Umwelt. Damit die Alpen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben, wird in der Tourismusbranche nach Alternativen gesucht. Die Alpenkonvention verpflichtet seit zehn Jahren alle Länder des Alpenbogens zu Fremdenverkehrskonzepten, die nachhaltig sind. Einige Regionen gehen schon beispielhaft voran.
Nachhaltiger Bergtourismus wird immer mehr zum Schlagwort mit Sinn und Verstand. Der Fremdenverkehr wird heute an vielen Orten schon umwelt- und sozialverträglich gestaltet, mit dem Ziel, die Natur auch für nachfolgende Generation zu erhalten. Das setzt ein sinnvolles und effizientes wirtschaftliches Handeln voraus. Es muss nicht immer das Luxushotel sein. Wer in die Berge zum Urlaub fährt, findet in gemütlichen und landestypischen Berghütten eine geeignete Unterkunft. Unerschlossene Räume sollten bewahrt und die Skibetriebe umweltverträglich organisiert werden.
Aber auch die Touristen selber müssen auf einen nachhaltigen Tourismus achten. Müll gehört nicht ins Gebirge, sondern sollte mit ins Tal genommen werden, wo es leichter entsorgt werden kann. Wer ausgewiesene Wanderpfade verlässt riskiert nicht nur seine Gesundheit, sondern zerstört auch die Umwelt und stört geschützte Tierarten.

 

Natur und Umwelt im Himalaya – einer der schönsten Naturräume

Der Himalaya, ein Hochgebirgssystem in Asien, ist nicht nur das höchste Gebirge der Erde, sondern auch eines der schönsten und artenreichsten Gebirge. Hier befinden sich zehn der vierzehn Achtausender der Erde, darunter der Mount Everest, der mit 8.848 m der höchste Berg der Erde ist. Umgangssprachlich werden die Hochebenen des Himalayas als „Dach der Welt“ bezeichnet. Hima´la-aya bedeutet „Heimat des Schnees“, dabei hat der gewaltige Gebirgszug viel mehr als Schnee zu bieten. Ein Gebirge mit so vielen Superlativen zieht Touristen und Sportler magisch an.
Das Gebirge erstreckt sich entlang der indisch-chinesischen Grenze und streift dabei fünf Staaten. Über 50 Millionen Menschen leben hier, viele noch in völliger Abgeschiedenheit. Schneebedeckte Gipfel wechseln mit fruchtbaren Hochplateaus – das Gebirge bietet eine unglaubliche Vielfalt von Landschaften, in denen seltene Tiere, Pflanzen und Kleinstlebewesen ein Zuhause finden.
Durch die unterschiedlichen Klimazonen, die es hier gibt, besitzt das Gebirge eine artenreiche Flora und Fauna. Magnolien, Orchideen und Rhododendren blühen in Hülle und Fülle, Wildkatzen, Bären und Yaks sind nur einige der vielen hier lebenden Tierarten.
Das Gebirge ist aber viel mehr als Heimat seltener Pflanzen und Tiere. Das Gebirge hat eine große Bedeutung für das Klima des tibetischen Plateaus und des indischen Subkontinents. Die verschneiten Gipfel der Berge bilden die Quellen für viele große Flüsse.

Landschaft im Himalaya mit Gebetsfahnen

 

Fluch und Segen des Bergtourismus in Nepal und Tibet

Landwirtschaft und Tourismus sind die Haupteinnahmequellen der Menschen im Himalaya. Besonders der Tourismus bringt viele Probleme mit sich. Der Mensch hinterlässt hier seine Spuren. Nicht ohne Grund wird der Mount Everest als höchste Müllkippe der Welt bezeichnet. In Nepal werden Wälder abgeholzt für den Tourismus. Inzwischen nimmt das katastrophale Ausmaße für die Bewohner an. Die Industrie verseucht ganze Regionen und auch der Klimawandel geht nicht spurlos am Himalaya vorbei.
Viele Touristen sind zwar finanziell ein Segen für die arme Region Nepal. Gleichzeitig bringen Touristen aber jede Menge Müll mit ins Gebirge, der dann in der Landschaft landet. Vor allem Bergsteiger und Sportler, die den Mount Everest erklimmen möchten, entledigen sich gern ihres Mülls. Schließlich bedeutet Müll auch Ballast.
Experten und Umweltschützer schätzen inzwischen, dass sich in den vergangenen Jahren über 600 Tonnen Müll am höchsten Berg der Welt angesammelt haben. Die Menschen hier befinden sich in einer Zwickmühle, zum einen ist diese arme Region auf die Einnahmen durch den Massentourismus angewiesen, zum anderen führen die Abholzungen des Waldes zu Bergstürzen und Überschwemmungen. Inzwischen gibt es Regionen ohne Vegetation, viele Orte leiden unter abnehmender landwirtschaftlicher Produktion, Boden-und Wasserverschmutzung und zunehmender Verarmung.

 

Tourismus ist eine Belastung von Natur und Umwelt im Himalaya

In erster Linie vor allem wegen dem steigenden Tourismus. Nicht nur der Mount Everest, sondern der gesamte Himalaya ziehen Wagemutige, Touristen, Bergsteiger, Abenteurer und Wanderer an. Sie sehen den Himalaya als Herausforderung. Tibet und Nepal ziehen nicht zu Letzt durch ihre Spiritualität Menschen aus aller Welt an. Der Mount Everest ist nicht nur Ziel von erfahrenen Alpinisten und Profisportlern. Auch unerfahrene Bergsteiger zieht der Gipfel magisch an.
Der ständig steigende Massentourismus lässt Unterkünfte aus dem Boden schießen. Man möchte den Touristen etwas bieten, sie gut bewirten. Die Bewohner möchten Geld verdienen. Häuser werden im Himalaya noch aus Holz gebaut und auch größtenteils mit diesem Rohstoff beheizt. Über die Hälfte des Baumbestandes soll schon vernichtet sein. Die Folge: Regenwasser kann nicht mehr aufgenommen werden, da die Schutzschicht am Boden fehlt. Es kommt zu Überschwemmungen und Bergstürzen. Dadurch bilden sich wüstenartige Landstriche.
Durch den Massentourismus wird auch immer mehr Müll ins Gebirge getragen. Eine organisierte Müllentsorgung, wie wir es von Deutschland kennen, gibt es nicht. Müll ist überall zu finden, am Mount Everest ebenso wie auf Trekking- und Höhenwegen.

 

Klimaerwärmung geht an der Natur und Umwelt im Himalaya nicht spurlos vorbei

Aber auch der Klimawandel setzt der Natur im Himalaya zu. Der Treibhauseffekt macht auch vor dem Himalaya nicht Halt. Das Eis auf den Gipfeln schmilzt hier sogar schneller als an anderen Stellen. Eine Studie von WWF aus dem Jahr 2005 besagt, dass die Gletscher jedes Jahr um zehn bis 15 Zentimeter zurückgehen. Die Folgen sind Überschwemmungen bis ins Flachland. Sind die Prognosen richtig, ist es sogar möglich, dass bis 2100 alle wasserspeichernden Gletscher zum größten Teil geschmolzen sind. Dann würde es nicht mehr lange dauern und die großen Flüsse trocknen aus – mit fatalen Folgen für Mensch und Natur.
In den letzten Jahren hat der Anstieg der globalen Temperaturen durch die Veränderung der meteorologischen Lagen in bestimmten Gebieten auch zu geringeren Niederschlägen geführt. In einigen Regionen wie in Ladakh sind dadurch schon erste Salzseen entstanden. Andere Gewässer sind ganz ausgetrocknet. Besonders in wasserarmen Regionen ist das eine Katastrophe. Tiere, Pflanzen und der Mensch sind bedroht. Lebensräume für bedrohte Tierarten verschwinden. Das Ökosystem Himalaya steht vor dem Kollaps.

 

Umwelt und Natur im Gebirge – Belastung mit verheerenden Folgen

Massentourismus ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Gebirge werden noch durch viele andere Faktoren belastet. Dazu gehört die Gewinnung von Rohstoffen, der Ausbau von Infrastrukturen, die Klimaerwärmung aber auch die Umweltverschmutzung durch Massentourismus, die nicht unmittelbar im Gebirge ausgelöst wird.

 

Ausbeutung von Rohstoffen

Eine weitere Belastung ist die Ausbeutung von begrenzten Ressourcen in den Gebirgen. Der Abbau von Kohle, Erzen, Edelmetallen, Öl und Gesteinen verursacht Umweltschäden. Durch den Abbau von Rohstoffen werden nicht nur natürliche Lebensräume von Tieren und Pflanzen zerstört, der Bergbau benötigt auch Unmengen an Wasser. Der Grundwasserspiegel sinkt und Flüsse trocknen aus. Außerdem wird das Grundwasser belastet. Es sammeln sich Schwermetalle und Schadstoffe durch den Bergbau im Grundwasser, welche Umwelt und Mensch gleichermaßen belasten.
Oft findet die Rohstoffgewinnung nicht in den Ländern statt, in denen sie auch verarbeitet werden, sondern in Entwicklungsländern. Das bedeutet nicht nur schlechte Arbeits- und Hygienebedingungen für die Menschen, sondern auch eine unzureichende Müllentsorgung, Luftverschmutzung, Kontamination des Bodens mit Chemikalien aus Abfällen und die Zunahme von Erosion. Das Landschaftsbild verändert sich, Naturräume werden zerstört und die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen werden beschädigt.

Bergbau in den Alpen mit LKW und Bagger

 

Ausbau der Infrastruktur

Ob Tourismus, Bergbau oder Wirtschaft – all das benötigt natürlich auch eine gut ausgebaute Infrastruktur. Straßen werden gebaut und Tunnel in den Berg getrieben, damit Menschen ihr Ziel erreichen. Der Ausbau der Infrastruktur heißt auch Zerstörung der Umwelt in den Bergen. Der Tourismus ist in vielen Gebirgen der Wirtschaftsfaktor Nummer eins. Aber mehr Tourismus heißt auch mehr Straßen, Hotels, Wanderwege, Parkplätze, Pisten und vieles mehr. Beim Bau all der Infrastruktur wird immer in die Natur eingegriffen. Das Erscheinungsbild vieler populärer Skiorte ist von Pensionen, Hotels und Skianlagen geprägt, zu denen zahlreiche Straßen führen.
Durch den Bau der Infrastruktur wird beim Planieren die vorhandene natürliche Pflanzendecke abgetragen und der Boden verdichtet. Es kann weniger Wasser versickern und die Erosionsgefahr steigt.

 

Abschmelzen der Polkappen & Klimaerwärmung wird zum Desaster

Ein großes Problem ist die Klimaerwärmung. Süd- und Nordpol leiden unter der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Abschmelzung der Polkappen. Seit dem Jahr 1992 sollen sich etwa drei Billionen Tonnen antarktischen Eises verflüssigt haben. Seit den letzten fünf Jahren schmilzt das Eis besonders schnell, was zu einem gefährlichen Ansteigen der Meere führt. Zwischen 2012 und 2017 soll die Antarktis etwa Drei Mal so viel Eis verloren haben, wie in den 20 Jahren davor.
Das Abschmelzen der Polkappen ist nicht mehr zu stoppen. In manchen Regionen soll sich die Eisschmelze verselbstständigt haben. Dort schmilzt das Eis auch ohne Temperaturanstieg. Eine Analyse, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Meeresspiegel bereits steigt. Berechnungen ergeben, dass der Meeresspiegel um 60 Meter steigt, wenn alles Eis in der Antarktis schmilzt. Bei 60 Metern wird der Kölner Dom im Meer stehen. Bereits ein Meter würde ausreichen, um große Flächen Deutschlands und der Niederlande zu überfluten.

Ohne Frage würden wir sprichwörtlich auf dünnem Eis stehen, wenn es zu einem kompletten Abschmelzen der Polkappen kommen würde. Denn damit verbunden ist eine dramatische Veränderung der Erde. Katastrophen wie der Hurrikan „Sandy“ oder der Hurrikan „Florence“ wären keine Seltenheit mehr. Und auch wenn wir morgen aufhören würden den Treibhauseffekt anzuheizen, würde es Jahrhunderte dauern, bis sich alles wieder reguliert. Wir hinterlassen jetzt schon zukünftigen Generationen einen wärmeren Planeten und steigende Ozeane.

 

Umweltverschmutzung steigt durch weltweiten Bergtourismus

Der Bergtourismus bringt aber auch Umweltbelastungen mit sich, die nicht gleich unmittelbar mit den Bergen zu tun haben. Schon allein die Anreise zum Skisport oder dem Bergsteigen über viele tausende Kilometer mit dem Flugzeug belastet die Umwelt extrem. Der Flugverkehr boomt in den letzten Jahren, Billigtickets sind ein Grund dafür. Mal schnell zum Kilimandscharo oder dem Mount Everest – mit dem Flugzeug ist die Anreise in wenigen Stunden geschafft. Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs wachsen rasant an und fördern den Treibhauseffekt. Das trifft auch auf andere Fortbewegungsmittel wie Schiff, Auto oder Fähren zu.
Hier sollten sich Wintersportler und Bergsportler überlegen, ob nicht das Gebirge vor der Haustür reicht. Für viele Sportler und Touristen spielt es nicht wirklich eine Rolle, wo sie den Urlaub verbringen. Und nicht selten sind Touristen sogar mit den Gegebenheiten im Himalaya oder einem anderen Gebirge überfordert. Die Anreise in heimische Gebirge wäre relativ kurz und würde die Umwelt schonen. Reisen ist zum Trend geworden, und das nicht zum Wohle der Umwelt. Oft kennt man die Schönheit der Natur vor der eigenen Haustür nicht, erkundet aber fremde Gefilde.

 

Kein Urlaub im Gebirge? Mit Verstand geht es trotzdem!

Du musst jetzt nicht auf den Urlaub im Gebirge verzichten, nur diesen überlegt angehen. Ein umweltschonender Gebirgsurlaub fängt schon bei der Anreise an. Es ist immer besser ohne Auto in die Berge zu fahren. Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn bringen Touristen meist schneller und sicherer ans Ziel. Auf lange Staus kann verzichtet werden. Im Sommer darf es für geübte Radfahrer auch ruhig mal mit dem Fahrrad in die Berge gehen. Das schont die Umwelt und bietet ein einmalig schönes Erlebnis.
Muss es unbedingt aus verschiedenen Gründen das Auto sein, sind Fahrgemeinschaften eine gute Idee. Günstig ist es, zu Zeiten zu fahren, in denen Staus weniger auftreten. Auch alternative Routen, mit denen sich Staus oft umfahren lassen, sind eine gute Idee. Vor Ort sollte richtig und auf ausgewiesenen Parkflächen geparkt werden. Das gleiche gilt für Skianlagen.
Umweltschutz heißt aber auch, sich auf vorgegebene Wege zu begeben. Wen es zum Sport in die Berge verschlägt, der sollte sich vorher schon informieren, welche Wege genutzt werden können. Auf Querfeldein-Aktion sollte verzichtet werden. Das birgt nicht nur eine große Verletzungsgefahr, sondern kann auch die Umwelt schädigen.
Umweltschutzgebiete und Tierschutzgebiete sollten gemieden werden. Diese Gebiete sind nicht ohne Grund geschützt. Je nach Jahreszeit gibt es in Schutzgebieten einiges zu beachten. Ist im Frühjahr Brutzeit, so ist der Herbst die Zeit, in der sich viele Tiere auf den Winterschlaf vorbereiten. Im Sommer entsteht durch Trockenzeit oft eine Waldbrandgefahr, im Winter werden Tiere aus dem Winterschlaf geschreckt. Schutzzonen sind zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt und sollten deshalb von Sportlern und Touristen gemieden werden.
Manchmal sind es die kleinen Schritte, die eine Veränderung hervorrufen und der erste Schritt zu sauberen Gebirgen sind.

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